Beruf Elektroanlagenmonteur

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Aktuelle Jobs als Elektroanlagenmonteur

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Elektroanlagenmonteur:

Welche Ausbildung benötigt man als Elektroanlagenmonteur?

Die Ausbildung zum/zur Elektroanlagenmonteur/in erhielt im Juni 1997 ihre Anerkennung. Sie findet dual in der Berufsschule und im Betrieb statt und dauert 3 Jahre. Nach 1,5 Jahren absolvieren die Auszubildenden eine Zwischenprüfung, die ihren derzeitigen Wissensstand belegt. Nach 3 Jahren, am Ende der Ausbildung, legen sie ihre Abschlussprüfung ab.

Bevor es dazu kommt, überwindet der/die künftige Elektroanlagenmonteurin einige Hürden. Zunächst benötigt er/sie einen Schulabschluss, den 98 % der Ausbildungsbetriebe fordern. Das Datensystem Auszubildende (DAZUBI) des Bundesinstituts für Berufsausbildung (BIBB) hält fest, welche Schulabschlüsse die Lernenden besitzen. Aus diesen Informationen geht hervor, dass im Jahr 2020

  • 2 % der Auszubildenden keinen Schulabschluss hatten
  • 23 % einen Hauptschulabschluss besaßen
  • 59 % ihre Schullaufbahn mit einem mittleren Bildungsabschluss beendeten
  • 14 % der Auszubildenden die Hochschulreife erlangten
  • 2 % der Auszubildenden einen anderen Abschluss hatten

Elektroanlagenmonteure/-innen benötigen vor ihrer Ausbildung einen Ausbildungsvertrag, den Sie und bei Minderjährigkeit Ihre Eltern beide unterschreiben. Sind Sie unter 18 Jahre alt, gehen Sie für ein Attest über eine Erstuntersuchung zum Arzt. Dieser bescheinigt Ihnen die gesundheitliche Befähigung zu dieser Ausbildung.

Welche Fähigkeiten braucht man als Elektroanlagenmonteur?

Beginnen Sie eine Ausbildung zum/zur Elektroanlagenmonteur/in, bringen Sie Interesse mit an der:

  • Elektrik und Mechanik
  • Physik
  • Technik
  • Mathematik

Ihre Arbeit erfordert Zuverlässigkeit und Umsicht, da Sie mit gefährlich hoher Spannung arbeiten. Da Sie die Tätigkeiten teils in großer Höhe verrichten, sind Sie schwindelfrei. Bei der Zusammenarbeit mit Ihren Kollegen/-innen ist Teamfähigkeit gefragt. Sie sind flexibel und bereit, an die ständig wechselnden Arbeitsorte zu reisen. Ihnen ist bewusst, dass Schichtdienst, Wochenendarbeit und Nachtschichten in diesem Beruf die Normalität bedeuten.

Finger-, Hand- und handwerkliches Geschick unterstützen bei Ihren täglichen Arbeiten. Die Rechenfertigkeiten, die Sie sich in der Schule aneignen und in der Ausbildung vertiefen, benötigen Sie, um die Leistungsmerkmale von Bauteilen und elektrische Größen zu bestimmen. Ein gutes mündliches Ausdrucksvermögen und Verständnis für mündliche Äußerungen helfen bei Kontakten mit den Kunden und Kollegen/-innen.

Sie besitzen zeichnerisches Talent zum Skizzieren von betrieblichen Plänen. Ihre überdurchschnittliche Fähigkeit, abstrakt-logisch zu denken, verwenden Sie, um etwa Funktionszusammenhänge in Elektroanlagen zu analysieren. Durch die sich schnell wandelnde Technik erfordert der Beruf des/der Elektroanlagenmechanikers/-in, die Bereitschaft, sich fortlaufend weiterzubilden.

Wie viel verdient ein Elektroanlagenmonteur?

Die Gehälter von Elektroanlagenmonteuren/-innen hängen ab von der Unternehmensgröße, von der Region, in welcher der Betrieb ansässig ist sowie von Ihrem Alter und Kenntnisstand. Mit zunehmenden Kompetenzen erhalten Sie die Chance auf einen höheren Verdienst. Schicht- und Wochenendarbeit erhöhen Ihr Gehalt durch Zuschläge.

Während der Ausbildung bekommen angehende Elektroanlagenmonteure/-innen eine Ausbildungsvergütung. Nach den Tarifvereinbarungen der IG Metall mit Stand vom Juni 2021 erhalten Auszubildende im

  • im 1. Ausbildungsjahr eine Vergütung von ca. 976 bis 1.047 € brutto/Monat
  • im 2. Ausbildungsjahr eine Vergütung von ca. 1.029 bis 1.102 € brutto/Monat
  • im 3. Ausbildungsjahr eine Vergütung von ca. 1.102 bis 1.199 € brutto/Monat

Betriebe, die nicht den tariflichen Bestimmungen unterliegen, vergüten ihre Auszubildenden mit Gehältern, die den im BBiG festgelegten Mindestausbildungsvergütungen entsprechen oder darüber hinausgehen. Dies sind im:

  • im 1. Ausbildungsjahr ca. 585 € brutto/Monat bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2022
    im 1. Ausbildungsjahr ca. 620 € brutto/Monat bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2023
  • im 2. Ausbildungsjahr ca. 690,30 € brutto/Monat bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2022
    im 2. Ausbildungsjahr ca. 731,60 € brutto/Monat bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2023
  • im 3. Ausbildungsjahr ca. 789,75 € brutto/Monat bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2022
    im 3. Ausbildungsjahr ca. 837 € brutto/Monat bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2023

Als Berufseinsteiger verdienen Elektroanlagenmonteure/-innen ca. 2.000 bis 2.500 € brutto/Monat.

Mit Berufserfahrung liegt die Gehaltshöhe zwischen ca. 3.270 bis 4.700 € brutto/Monat. Das bundesdeutsche Durchschnittsgehalt beträgt ca. 4.000 € brutto/Monat. Frauen erhalten im Mittel 4.250 € brutto/Monat, Männer ca. 4.040 € brutto/Monat. Im Vergleich der Bundesländer liegt Niedersachsen mit einem durchschnittlichen Gehalt von ca. 4.471 € brutto/Monat vorn. In Baden-Württemberg erhalten Elektroanlagenmonteure/-innen im Mittel ca. 4.230 € brutto/Monat, in Sachsen ca. 2.850 € brutto/Monat.

Welche Aufgaben hat man als Elektroanlagenmonteur?

Während der Ausbildung erlernen Sie die dem Berufsbild des/der Elektroanlagenmonteurs/-in beruflichen Tätigkeiten in der Theorie und Praxis. Die Berufsschullehrer/innen bringen Ihnen das theoretische Wissen bei. Ein bedeutendes Unterrichtsfach ist die Physik. In diesen Unterrichtsstunden erfahren Sie vom Aufbau und der Funktion von Elektroanlagen. Daneben lernen Sie Leitungen zu verlegen und deren Führungssysteme zu montieren.

Das Fach Technik vermittelt Ihnen, wie Sie die Elektroanlagen warten und reparieren. Sie lesen technische Zeichnungen und üben sich darin, solche selbstständig anzufertigen. Neben berufsspezifischen Fächern bereiten Sie sich in den allgemeinbildenden wie Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Deutsch auf Ihre Zwischen- und Abschlussprüfungen vor.

In den praktischen Phasen im Betrieb erfahren Sie zunächst, wie sich Ihr Ausbildungsbetrieb aufbaut und organisiert. Ein bedeutender Teil zu Beginn Ihrer Ausbildung ist der Sicherheits- und Gesundheitsschutz. Haben Sie dies verinnerlicht, lernen Sie die Abwicklung von Aufträgen zu planen und die Montagestelle vorzubereiten, zu sichern und wieder abzuräumen. Unter Anleitung:

  • verlegen und befestigen Sie Kabel und Leitungen
  • bauen Sie Schaltschränke und Baugruppen zusammen und verdrahten diese
  • stellen Sie Lötverbindungen her
  • installieren und montieren Sie elektrische Anlagen
  • installieren Anlagen zur Beleuchtung
  • führen Sie Messungen durch, dokumentieren Ihre Ergebnisse und beheben Fehler

Im Berufsleben befassen Sie sich mit Anlagen zur Beleuchtung, mit denen, die der Sicherheit dienen und mit energietechnischen Anlagen. Ihnen obliegt es, Laternen und Ampeln zu installieren. Mit der Installation von Überlandleitungen und Straßenbahn-Oberleitungen kümmern Sie sich darum, dass Menschen von A nach B mit der Bahn oder Straßenbahn gelangen. Sie mindern das Risiko von Gewitterschäden, indem sie Blitzableiter installieren.

Sie fertigen Bauteile mechanischer und elektrischer Art und montieren Verteilertafeln. Neben den Installationsarbeiten gehören die Wartung und die Instandsetzung von Anlagen zu ihren Tätigkeiten.

Wo arbeitet ein Elektroanlagenmonteur?

Elektroanlagenmonteure/-innen arbeiten in:

  • Energieversorgungsunternehmen
  • in Betrieben der Elektroinstallation
  • bei Herstellern elektrischer Bauteile und Anlagen
  • Unternehmen der Automatisierungstechnik
  • Unternehmen des Werkzeug- und Maschinenbaus

Große und bekannte Firmen, die Elektroanlagenmonteure/-innen ausbilden und beschäftigen, sind die Deutsche Bahn AG, die Stadtwerke, Spitzke (Bahninfrastrukturunternehmen) und die HIL Heeresinstandsetzungslogistik GmbH, einem Partner der Bundeswehr.

Sie arbeiten als Elektroanlagenmonteur/in bei Kunden in ihren Betriebseinrichtungen und an elektrischen Anlagen im Freien, wo Sie der Witterung ausgesetzt sind. Sie verrichten Ihren Job auf Montagebaustellen, in Werkstätten und -hallen sowie in Büroräumen.

Während Ihrer Arbeit tragen Sie zu Ihrer Sicherheit Schutzkleidung. Arbeiten Sie an Niederspannungsanlagen, ziehen Sie nach DIN EN 50286 (VDE 0682-301) elektrisch isolierende persönliche Schutzkleidung an. Sie schützt den Rumpf, die Arme und Beine vor schädigenden Einflüssen. Sie verhindert das Durchfließen des elektrischen Stroms, wenn der Träger der Kleidung mit unter Spannung stehenden Teilen in Berührung steht. Außen liegende Metallteile sind an ihr verboten. Als Lösung kommen Klettverschlüsse infrage. Je nach Art Ihrer Tätigkeit setzen Sie Schutzkleidung ein, die den ganzen Körper bedeckt oder nur einzelne Bereiche schützt:

  • einteilige Schutzanzüge
  • mehrteilige Schutzanzüge
  • isolierender Fußschutz (Schuhe, Stiefel) DIN EN 50321-1, VDE 0682-331-1
  • isolierende Handschuhe
  • isolierender Kopfschutz (Schutzhelm)
  • Gesichtsschutz gegen auftretende Störlichtbögen

Bei Arbeiten an Hochspannungsanlagen bis 800 kV tragen Sie einen Schutzanzug, der Sie wie ein Faradaykäfig vor elektrischer Durchströmung und starken elektrischen Feldern schützt. Er entspricht den Anforderungen der IEC 60895. Die Füße bewahren Füßlinge vor Schäden. Diese bestehen aus dem Material der Schutzanzüge. Dazu tragen Sie dreischichtige, schirmende Handschuhe. Den Kopf schützt die Kapuze des Anzuges, unter der ein Helm Platz findet. Isoliert sind zudem Ihre Werkzeuge und die Hubarbeitsbühnen, die Sie bei Ihren Arbeiten einsetzen. Neben dem Schutz vor Spannung sichern Sie sich vor Abstürzen entsprechend den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Elektroanlagenmonteur?

Eine gute Karrieregrundlage verschaffen sich Elektroanlagenmonteure bereits in der Ausbildung, indem sie Zusatzqualifikationen erwerben. Hier kommt die Qualifikation zum/zur Europaassistent/-in in Betracht, die im Europäischen Waren- und Wirtschaftsrecht weiterbildet.

Elektroanlagenmonteure/-innen mit abgeschlossener Ausbildung passen sich den Neuerungen im Bereich der Technik an. Das erfordert das Besuchen von Anpassungsweiterbildungen in der Informations- und Kommunikationstechnik und der Steuerungs- und Regelungstechnik. Weitere Themengebiete sind die Elektrotechnik sowie die Sicherheits- und Prüfbestimmungen.

Die Weiterbildungen erhalten den Arbeitsplatz. Für einen betrieblichen Aufstieg und mehr Verantwortung kommen verschiedene Aufstiegsweiterbildungen in Betracht, etwa die zum/zur:

  • Industriemeister/in Fachrichtung Elektrotechnik
    Gehalt ca. 3.830 bis 5.900 € brutto/Monat
  • Kraftwerksmeister/in – Produktion Elektrotechnik/Leittechnik
    Gehalt ca. 3.930 bis 6.340 € brutto/Monat
  • Techniker/in Elektrotechnik ohne Schwerpunkt
    Gehalt ca. 3.720 € bis 5.930 € brutto/Monat
  • Techniker/in Elektrotechnik mit Schwerpunkt Automatisierungstechnik
    Gehalt ca. 3.760 € bis 5.800 € brutto/Monat
  • Prozessmanager/in – Elektrotechnik
    Gehalt ca. 3.720 € bis 5.930 € brutto/Monat
  • Fachwirt/in Solartechnik
    Gehalt ca. 3.000 € bis 4.560 € brutto/Monat
  • Technischer Fachwirt/in
    Gehalt ca. 3.800 € bis 6.400 € brutto/Monat
  • Servicemonteur/in – Windanlagentechnik
    Gehalt ca. 3.000 € bis 4.570 € brutto/Monat

Sind Sie in Besitz der Hochschulreife, liegt ein Bachelorstudium der Elektrotechnik oder der Automatisierungstechnik nahe. Ihre Karrierechancen verbessern Sie mit einem weiterführenden Studiengang Kybernetik, Verfahrenstechnik, Mechatronik oder Ingenieurwissenschaften.