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Anwalt:

Welche Ausbildung benötigt man als Anwalt?

Rechtsanwalt/Rechtsanwältin ist einer der vielen spannenden und abwechslungsreichen Berufe, die man nach Abschluss eines Studiums der Rechtswissenschaft ausüben kann. Das Berufsbild ist breit gefächert und Karrieremöglichkeiten reichen von Anwälten, die sich auf das Strafrecht konzentrieren, über Spezialisten für Steuerrecht bis hin zu Unternehmensjuristen, die direkt für große Konzerne arbeiten. Unabhängig davon, für welchen Karriereweg man sich entscheidet, müssen in Deutschland drei Voraussetzungen für eine Zulassung als Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin erfüllt werden. Diese sind:

  • ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften und das erfolgreiche Bestehen der Ersten Juristischen Staatsprüfung
  • das erfolgreiche Bestehen der Zweiten Juristischen Staatsprüfung
  • die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft durch die Anwaltskammer

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium der Rechtswissenschaften ist die Hochschulreife. Je nach Universität kann eine zusätzliche Aufnahmeprüfung erforderlich sein. Wer ein Jurastudium beginnen möchte, sollte in den Schulfächern Sozialkunde und Geschichte gute Leistungen erbracht haben. Zudem ist eine hervorragende Beherrschung von Deutsch, Englisch und Latein quasi ein Muss.

Die Mindeststudiendauer für ein Jurastudium beträgt neun Semester. Das Studium ist jedoch äußerst anspruchsvoll und im Durchschnitt benötigen Studierende elf Semester, um ihre Ausbildung abzuschließen. Nach dem Präsenzunterricht folgt ein zweijähriger Vorbereitungsdienst. Danach schließt das Studium mit der Ersten Juristischen Prüfung ab.

Welche Fähigkeiten braucht man als Anwalt?

Neben fundierten juristischen Fachkenntnissen benötigen Anwälte vor allem hervorragende Kommunikationsfähigkeiten. Ihre Aufgabe ist es, die Interessen ihrer Mandanten zu vertreten, deren Rechte zu verteidigen und in Rechtsstreitigkeiten zu einer zufriedenstellenden Einigung zwischen ihrem Mandanten und der anderen Partei beizutragen.

Dies erfordert ausgezeichnete schriftliche und mündliche Kommunikationsfähigkeiten sowie die Kompetenz, ein Höchstmaß an Vertrauen zu Mandanten aufzubauen. Zudem müssen Anwälte die Informationen, die sie von ihren Mandanten erhalten, mit absoluter Verschwiegenheit behandeln.

Weitere Kompetenzen und Fertigkeiten, die Anwälte benötigen, um in ihrem Beruf erfolgreich zu sein sind:

  • Genauigkeit und Präzision bei der Formulierung juristischer Texte wie Verträge, eidesstattliche Erklärungen oder Antworten auf gerichtliche Aufforderungen
  • Ausdauer und die Fähigkeit, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren
  • hervorragendes Verhandlungsgeschick und eine strukturierte wie taktische Vorgehensweise bei Verhandlungen
  • ausgezeichnete organisatorische Fähigkeiten und exzellentes Zeitmanagement
  • die Fähigkeit, querzudenken und individuelle Lösungen für rechtliche Probleme zu finden, die gleichzeitig im Einklang mit dem aktuellen rechtlichen Kodex stehen
  • ausgeprägte Recherchefähigkeiten und das Talent, aus mehreren Informationsquellen überzeugende Schlussfolgerungen zu ziehen

Wie viel verdient ein Anwalt?

Während der Ausbildung:

An öffentlichen Universitäten in Deutschland ist das Studium der Rechtswissenschaften bis auf minimale Studiengebühren kostenlos. Studierende erhalten jedoch keine Ausbildungsvergütung während ihres Studiums.

Manche Studierende arbeiten in Teilzeitjobs, um ihre Lebenshaltungskosten während des Studiums zu finanzieren. Die Anforderungen des Studiums sind jedoch äußerst anspruchsvoll, und viele haben Schwierigkeiten, beides unter einen Hut zu bringen. Während des zweijährigen Vorbereitungsdienstes kann ein Gehalt ausgehandelt werden. Dies hängt aber von der jeweiligen Stelle ab.

Als Berufseinsteiger:

Eines ist klar: Rechtsanwalt bzw. Rechtsanwältin ist ein hoch dotierter Beruf. Die Gehaltsspanne für Berufseinsteiger ist jedoch äußerst breit. Sie fängt bei einem jährlichen Gehalt von etwa € 32.000 brutto an und kann bis zu € 75.000 brutto für außergewöhnliche Kandidaten reichen. Die meisten Berufseinsteiger beginnen jedoch mit einem Jahresbruttogehalt zwischen € 38.000 und € 55.000.

Es gibt viele Faktoren, die das Einstiegsgehalt junger Anwälte und Anwältinnen beeinflussen, dazu gehören:

  • der jeweilige akademische Abschluss (Promotion oder Masterstudium)
  • zusätzliches nützliches Wissen wie etwa die fließende Beherrschung einer Fremdsprache, vertiefte Kenntnisse in IT oder Spezialwissen in Pharmakologie
  • die Wahl des Rechtsgebietes, da Anwälte, die sich auf Unternehmens-, Handels- oder Finanzrecht konzentrieren, tendenziell mehr verdienen als Kollegen und Kolleginnen, die sich auf Sozial-, Straf- oder Familienrecht konzentrieren
  • die Größe und der Standort der Kanzlei
  • das persönliche Verhandlungsgeschick, die kommunikativen und rhetorischen Fähigkeiten sowie die persönliche Ausstrahlung

Mit Berufserfahrung:

Die gleichen Faktoren, die das Gehalt von Berufsanfängern bestimmen, gelten auch für erfahrene Anwälte und Anwältinnen bei der Festlegung der Entlohnung. Hinzu kommen die Jahre der Erfahrung und die Entwicklung des eigenen Mandantenstamms.

Zudem stellt sich die Frage, ob man Partner/in in einer Anwaltskanzlei geworden ist oder vielleicht sogar seine eigene Kanzlei eröffnet hat. Beide Faktoren führen zu einem deutlich besseren Einkommen.

Das Durchschnittsgehalt für alle praktizierenden Anwälte in Deutschland mit sieben bis zehn Jahren Berufserfahrung liegt bei knapp € 90.000 brutto pro Jahr. Die am besten verdienenden Anwälte sind in Hessen und Baden-Württemberg zu finden.

Welche Aufgaben hat man als Anwalt?

Während der Ausbildung:

Als Jurastudent/in ist die einzige Aufgabe, die man hat, das Büffeln. Ein Jurastudium ist intensiv, deckt alle Bereiche des Rechts ab und erfordert viel Lesen und Auswendiglernen. Juristen dürfen erst dann als Anwälte tätig werden, nachdem sie ihr Studium abgeschlossen und die Erste und Zweite Juristische Staatsprüfung erfolgreich abgelegt haben.

Mit dem zweijährigen Vorbereitungsdienst beginnen angehende Rechtsanwälte einige der gleichen Tätigkeiten und Aufgaben auszuüben, die sie nach Bestehen der Staatsprüfungen und Zulassung durch die Anwaltskammer ausüben werden.

Im Berufsleben:

Die genauen Verantwortlichkeiten und Tätigkeiten von Anwälten hängen stark von der Art ihrer Arbeit und ihrem Spezialgebiet ab. Eine Anwältin, die sich als Pflichtverteidigerin auf das Strafrecht spezialisiert hat, wird natürlich ganz andere Aufgaben haben als ein Jurist, der sich mit Unternehmensübernahmen beschäftigt. Unabhängig von der jeweiligen Position gibt es jedoch einige gemeinsame Aufgaben und Tätigkeiten, die alle Anwälte und Anwältinnen ausführen. Dazu gehören unter anderem:

  • die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung und Verteidigung der rechtlichen Interessen von Mandanten
  • die Beratung von Mandanten über ihre Rechte und Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften
  • die Auslegung von Gesetzen, Vorschriften und Verordnungen
  • die Recherche von Rechtstexten, Gesetzen und Urteilen zu juristischen Fällen
  • die sorgfältige Erfassung des zeitlichen Aufwands für die Betreuung von Mandanten zu Abrechnungszwecken

Wo arbeitet ein Anwalt?

Anwälte finden eine Beschäftigung in zahlreichen Tätigkeitsbereichen. Zu den gängigsten gehören:

  • in Anwaltskanzleien oder als selbstständige Advokaten
  • in Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen
  • in den Rechtsabteilungen von Unternehmen in fast allen Branchen und Industrien
  • in Interessenverbänden, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Anwalt?

Für Anwälte gibt es mehrere Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln. Wer in einer Kanzlei bleibt, für den ist der wichtigste Aufstieg der zum Partner. Wer bereit ist, sich selbstständig zu machen, kann eine eigene Kanzlei eröffnen. Das kann äußerst lukrativ sein, ist aber natürlich mit Risiken und der erforderlichen harten Arbeit verbunden, die jeder Unternehmer leisten muss. In beiden Fällen benötigt man einen großen Mandantenstamm. Hier hilft es ungemein, ein gefragtes Spezialgebiet zu haben, z. B. einen Schwerpunkt auf Rechtsangelegenheiten in Bezug auf Steuern, Technologie oder Bauwesen.

Das Jurastudium, das man abschließt, um Anwalt oder Anwältin zu werden, bietet auch andere Möglichkeiten, beispielsweise als Patentanwalt, Staatsanwalt oder Richter. Jeder dieser Karrierewege hat seine eigenen, einzigartigen Ausbildungsanforderungen und Zulassungsverfahren.