Beruf Anlagenmechaniker

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Aktuelle Jobs als Anlagenmechaniker

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Anlagenmechaniker:

Welche Ausbildung benötigt man als Anlagenmechaniker?

Der Beruf des/der Anlagenmechaniker/in ist ein anerkannter Beruf im Handwerk. Die offizielle Bezeichnung lautet Anlagemechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Das Berufsbild gibt es in dieser Form erst seit 2003. Eine Reform führte den Beruf des/der Heizungsbauers/in und des/der Gas- und Wasserinstallateurs/in zum Beruf des/der Anlagemechaniker/in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zusammen. Die ersten Schulabgänger/innen traten ihre Ausbildung im Jahr 2003 an und legten ihre Gesellenprüfungen 2007 ab.

Es gibt keine geregelten Voraussetzungen für den Zugang zur Berufsausbildung. In der Regel reicht ein mittlerer Bildungsabschluss mit guten Noten in den Fächern Mathematik und Physik. Wer bis zum Antritt der Ausbildung noch nicht volljährig ist, muss ein ärztliches Attest vorlegen. Das Attest muss die gesundheitliche Eignung zu diesem Beruf belegen.

Die reguläre Ausbildungszeit dauert drei Jahre. Einige Ausbildungsbetriebe bieten in diesem Bereich auch eine Teilzeitausbildung an. Diese muss aber zuvor bei der örtlichen Kammer beantragt werden. Sie müssen einen triftigen Grund dafür vorlegen, wie die Pflege von kranken Angehörigen oder die Geburt des eigenen Kindes.

Grundsätzlich sollten Sie aber lieber eine Berufsausbildung in Vollzeit in Betracht ziehen, da sich Ihre Lehrjahre erheblich in die Länge ziehen. Zumindest sollten Sie ein wöchentliches Pensum von 20 Stunden erreichen. Wer weniger als 20 Stunde pro Woche für die betriebliche Berufsausbildung zur Verfügung steht, der muss die Ausbildung um bis zu 21 Monaten verlängern.

Wer ausgezeichnete Zwischenprüfungsnoten erreicht und auch in den betrieblichen Tätigkeiten durch herausragende Leistungen auffällt, der kann seine Berufsausbildung auch verkürzen. Dafür müssen Sie einen Antrag bei der zuständigen Kammer stellen.

Die Berufsausbildung zum/zur Anlagemechaniker/in unterliegt der neuen Prüfungsverordnung von August 2016. Zwischen- und Abschlussprüfung werden gemeinsam bewertet und finden im Abstand von 18 Monaten statt. Die Prüfungen unterliegen folgenden Bewertungskriterien:

  • Zwischenprüfung (1. Teil der Gesellenprüfung) 30 % der Gesamtnote.
  • Abschlussprüfung (2. Teil der Gesellenprüfung) 70 % der Gesamtnote.

Die Zwischenprüfung gilt als die erste Prüfung der Gesellenprüfung und findet nach dem zweiten Ausbildungsjahr statt. Die Abschlussprüfung gilt als zweiter Teil der Gesellenprüfung und wird nach Ende der Ausbildung abgelegt.

Welche Fähigkeiten braucht man als Anlagenmechaniker?

In diesem Berufsfeld benötigen Sie handwerkliches Geschick und müssen technische Kompetenzen vorweisen können. Sie arbeiten nicht nur an Anlagen, sondern auch an der Bearbeitung von Metall. Daher sollten Sie gute Noten in den Fächern Technik und Werken vorweisen können.

Heizungs- und Wasserrohre verlaufen manchmal quer durch das Haus und unterirdisch. Daher müssen Sie in der Lage sein, technische Zeichnungen zu lesen und praktisch umzusetzen.

Auch mathematische Kompetenzen sind in diesem Beruf ein Muss. Für eine genaue Materialbestellung müssen Sie den Bedarf zuvor errechnen. Sie verlegen Leitungen und Rohren und tauschen sie aus. Manchmal können Sie den Materialbedarf nur anhand von Bauzeichnungen errechnen. Bei der Arbeit an Neubauten erhalten Sie Stücklisten und Zeichnungen von Architekten/innen und Bauingenieuren/innen und müssen basierend darauf eine Kalkulation erstellen.

Sie sollten auch chemische und physikalische Zusammenhänge erkennen können. Es gibt unterschiedliche Heizungsanlagen mit unterschiedlichen Brennstoffen. Sie benötigen Chemie-Kenntnisse, um die Reaktion der Brennstoffe zu verstehen. Die Physik-Kenntnisse helfen Ihnen, die Funktionen der unterschiedlichen Anlagen richtig einordnen und Fehler beheben zu können.

Ihren Wissensstand zu den erneuerbaren Energien und der Nachhaltigkeit sollten Sie immer auf dem neusten Stand halten. Ein Grundwissen sollte vorhanden sein, um Kunden in Sachen Nachhaltigkeit optimal beraten zu können. Das gilt insbesondere bei der Abgasentwicklung von Heizungen und der Warmwasserproduktion mithilfe von Solaranlagen.

Eine gute Auffassungsgabe, kommunikative Fähigkeiten und einwandfreies Deutsch sind weitere Voraussetzungen. Sie müssen mit den Kunden kommunizieren können und Betriebsfehler in der Heizanlage finden können.

Wie viel verdient ein Anlagemechaniker?

Es gibt in diesem Beruf nur geringe Gehaltsunterschiede. Das monatliche Bruttogehalt schwankt zwischen 2100 und 2900 €. Die oberen Gehaltsklassen erreichen Sie in den alten Bundesländern. In Ostdeutschland sind die Löhne am geringsten.

Während der Ausbildung:

Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach Ausbildungsjahren. Auch die Größe des Unternehmens und der Ausbildungsort nehmen Einfluss auf die monatlichen Bezüge. Das höchste Ausbildungsgehalt erhalten Sie in Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen. Die geringste Vergütung gibt es in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Vergütungen während der Ausbildung:

  • Gehalt im 1. Ausbildungsjahr zwischen ca. 490 und 610 € brutto im Monat.
  • Gehalt im 2. Ausbildungsjahr zwischen ca. 510 und 650 € brutto im Monat.
  • Gehalt im 3. Ausbildungsjahr zwischen ca. 580 und 700 € brutto im Monat.
  • Gehalt im 4. Ausbildungsjahr zwischen ca. 580 und 750 € brutto im Monat.

Als Berufseinsteiger:

Das Einstiegsgehalt wird von vielen Dingen beeinflusst. In kleinen Handwerksbetrieben sind die Gehälter geringer als in großen Unternehmen. Wer eine herausragende Note in der Gesellenprüfung vorweisen kann, darf mit einem höheren Anfängergehalt rechnen. Die geografische Lage des Unternehmens nimmt am stärksten Einfluss. Im Osten liegen die Einstiegsgehälter bei ca. 2000 € brutto im Monat. Im Westen erhalten Sie zwischen 2100 und 2500 € brutto im Monat.

Mit Berufserfahrung:

Mit den Berufsjahren steigen die Löhne nur geringfügig an. Nach fünf bis zehn Berufsjahren pendelt das monatliche Bruttogehalt zwischen 2500 und 2900 € brutto. In der ostdeutschen Provinz kann es sogar noch deutlich darunter liegen. Hier finden Sie im Umkreis von 30 bis 50 Kilometern nur einen Sanitätshandwerksbetrieb. Trotzdem ist die Auftragslage im Normalbereich. Das liegt daran, dass man hier noch viele veraltete Anlagen vorfindet, die meist vom Besitzer repariert werden.

Welche Aufgaben hat ein Anlagenmechaniker?

Anlagemechaniker/innen werden immer dann gerufen, wenn es Probleme mit der Heizung oder den sanitären Anlagen gibt. Sie bringen die Anlagen wieder auf Vordermann und sorgen dafür, dass man wieder Duschen kann und die Heizung wieder läuft.

Während der Ausbildung:

In der Berufsschule werden Ihnen theoretische Aufgabenfelder vermittelt. Sie lernen, wie eine Heizungsanlage aufgebaut ist und wie Wasserrohre eingebaut werden. Die Handhabung und Beschaffung der Geräte und Materialien sind ein weiterer wichtiger Lernstoff. Auch das Fach Deutsch wird in der Berufsschule noch unterrichtet. Es bezieht sich hier aber auf die Anwendung der deutschen Sprache im Beruf. Sie lernen, wie man Geschäftsbriefe schreibt und mit Kunden mündlich und schriftlich kommuniziert.

In den ersten Monaten Ihre Ausbildung lernen Sie, wie man Aufträge entgegennimmt und sie in den täglichen Arbeitsplan integriert. Sie planen Termine und stellen die Materialien für den Besuch beim Kunden zusammen. Anhand von Plänen, Broschüren und Katalogen erfahren Sie, wie Badezimmer und Toiletten ausgestattet sind.

Mit der Zeit übernehmen Sie die ersten handwerklichen Tätigkeiten, die Sie im weiteren Verlauf Ihrer Berufsausbildung intensivieren:

  • Bohrungen
  • Schweißarbeiten
  • Bearbeitung von Blechen
  • Bearbeitung von Rohren
  • Anwendung von Werkzeugen
  • Arbeiten an festen Bauelementen
  • Arbeiten an technischen Anlagen

Im Berufsleben:

Im späteren Berufsleben ist Ihr Aufgabengebiet vielfältig. Sie kümmern sich um die Reparaturen und die Instandhaltung von sanitären Anlagen. Hier reicht Ihr Arbeitsfeld von einer verstopften Toilette über einen tropfenden Wasserhahn bis hin zu einem Wasserrohrbruch. Sie installieren auch Anlagen in Neubauten und bauen Entwässerungsrohre ein. Alle Arbeiten beziehen sich auf Frischwasser und Abwasser.

Im Bereich der Heizungsanlagen sorgen Sie für eine einwandfreie Funktion. Sie warten und kontrollieren die Anlagen und passen eine optimale Wärmeverteilung an. Die einzelnen Materialien passen Sie auf Ihren Arbeitsbereich individuell an.

Sie kümmern sich auch um einen konstanten Druck und stellen sicher, dass das Wasser im Strahl aus dem Hahn kommt. Dazu müssen Sie die Anlagen richtig einstellen. Gerade bei einem niedrigen Wasserdruck müssen Sie garantieren können, dass der Druck nur auf eine falsche Einstellung der Anlage zurückzuführen ist und kein Wasserrohrbruch vorliegt.

Sie kontrollieren auch gesetzlich vorgeschriebene Werte an den versorgungstechnischen Anlagen. Dazu gehören Kontrollen der Abgaswerte oder die Zufuhr von Frischluft an technischen Klimaanlagen.

Wo arbeitet ein Anlagenmechaniker?

Sie verbringen einen Teil Ihrer Arbeitszeit in Werkstätten, um die Baumaterialien anzupassen. Die meisten Anlagemechaniker/innen haben eine Art mobile Werkstatt. Sie passen die Materialien direkt vor Ort im Freien an.

Bei Problemen mit sanitären Anlagen sind Sie in den Badezimmern und Toilette Ihrer Kunden tätig. Manchmal dehnen Sie den Arbeitsort auch auf den Keller oder auf einen versorgungstechnischen Raum aus.

Die Wartung und Reparatur von Heizanlagen erfolgt meist im Keller. Sie können aber im ganzen Haus unterwegs sein, um die einzelnen Heizkörper zu kontrollieren.

Viele Betriebe bieten einen 24-Stunden-Notdienst an, falls die Heizung ausfällt oder die Toilette verstopft ist. Dann müssen Sie Tag und Nacht für diese Tätigkeiten erreichbar und mobil sein.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Anlagenmechaniker?

Die bekannteste und beliebteste Weiterbildung in dieser Branche ist der Meisterkurs. Sie können sich über die Innung oder die Handwerkskammer zum/zur Industriemeister/in oder zum/zur Behälter- und Apparatebauermeister/in ausbilden lassen. Zusätzlich oder parallel besteht die Möglichkeit, einen Kurs zum/zur Ausbilder/in zu absolvieren.

Die Handwerkskammer und einige private Schulungsinstitute bieten auch Kurse zum/zur Techniker/in an. Hier können Sie zwischen diesen Kursen wählen:

  • Maschinentechniker/in
  • Techniker/in Heizungs-, Lüftungs-, Klimatechnik
  • Metallbautechniker/in

All diese Weiterbildungsmaßnahmen sind förderungsfähig.