Realschulabschluss und dann?

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Realschulabschluss und dann?

Realschulabschluss, was bedeutet das?

Der Realschulabschluss gilt in Deutschland als der mittlere Schulabschluss und wird auch Mittlere Reife, Fachoberschulreife und Sekundarabschluss I genannt. Um einen Realschulabschluss zu erlangen, müssen die Schüler 10 Klassenstufen auf einer Realschule oder einem Gymnasium erfolgreich absolvieren und zum Abschluss die Realschulprüfung ablegen.

Mit einem Realschulabschluss in der Tasche öffnen sich viele Türen zu Ausbildungsmöglichkeiten in ganz verschiedenen Bereichen. Einen direkten Zugang zu einer Fachhochschule oder Universität enthält der erfolgreiche Abschluss einer Realschule allerdings nicht. Dennoch gibt es Möglichkeiten, etwa durch den Abschluss einer Ausbildung und einigen Jahren Berufstätigkeit, auch mit Realschulabschluss Zugang zu einem Studium an einer Hochschule zu erhalten.

Welche Ausbildungsberufe kann ich mit dem Realschulabschluss erlernen?

Auszubildende werden heute in ganz Deutschland dringend gesucht. Viele Betriebe haben mehr offene Ausbildungsplätze als Bewerber. Für Menschen mit Realschulabschluss bedeutet das, dass sie bei der Wahl ihrer Ausbildung ein großes Angebot haben. Folgende Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten eröffnen sich mit Mittlerer Reife:

Handwerkliche Berufe

Das Handwerk hat in Deutschland eine lange Tradition und bietet Aufstiegsmöglichkeiten. So kann nach erfolgreicher Ausbildung auch die Meisterprüfung gemacht werden. Realschulabsolventen sind in handwerklichen Ausbildungsbetrieben gern gesehen, sofern sie den Willen zu körperlicher Arbeit mitbringen und zudem handwerkliches Geschick haben. Das Handwerk ist in der Regel in Deutschland gut bezahlt und kann zu Wohlstand führen, auch ohne höheren Bildungsabschluss. Beliebte handwerkliche Ausbildungen für Realschulabsolventen sind:

  • Schreiner/in
  • Elektroniker/in
  • Maskenbildner/in
  • Goldschmied/in
  • Zerspanungsmechaniker/in
  • Feinoptiker/in
  • Bauzeichner/in
  • Weintechniker/in
  • Augenoptiker/in
  • Änderungsschneider/in
  • Buchbinder/in

Kaufmännische Berufe

Eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich ist bei Menschen mit mittlerer Schulbildung sehr beliebt und das nicht ohne Grund. Jobs für Kaufmänner und Kauffrauen gibt zahlreich und in vielen Facetten.

Wer später ein Studium anstrebt, ist durch eine kaufmännische Ausbildung bestens darauf vorberietet, insbesondere wenn es sich um ein wirtschaftliches Studium, wie BWL, handelt. In vielen kaufmännischen Berufen ist das Einstiegsgehalt bereits hoch und steigert sich mit zunehmender Berufserfahrung. Zu den Spitzenreitern zählen:

  • Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel
  • Handelsfachwirt / Handelsfachwirtin
  • Kaufmann / Kauffrau für Groß- und Außenhandel
  • Hotelkaufmann / Hotelkauffrau
  • Industriekaufmann / Industriekauffrau
  • IT-Kaufmann / IT-Kauffrau
  • Bankkaufmann / Bankkauffrau (mit Realschule möglich, meist aber nur mit sehr gutem Abschluss)

Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen

Im Gesundheitswesen werden immer Bewerber gesucht. Viele Berufe im Gesundheitswesen sind sowohl körperlich als auch geistig fordernd, geben Menschen, die in der Branche arbeiten, aber auch viel zurück. Jugendliche, Kinder, Kranke, ältere Menschen und Menschen mit speziellen Bedürfnissen, sind darauf angewiesen, von einer gut ausgebildeten Person betreut zu werden.

Eine Ausbildung im Gesundheits- und Erziehungswesen bietet genau das, und zudem eine gute Möglichkeit für Realschüler in diesen wichtigen Berufszweig einzusteigen. Gefragte Ausbildungsberufe sind:

  • Erzieher/in
  • Altenpflegehelfer/in
  • Ergotherapeut/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Logopäde/in
  • Hebamme und Entbindungspfleger
  • Medizinische/r Fachangestellte/r
  • Pharmakant/in
  • Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Welche Berufsaussichten habe ich mit einem Realschulabschluss?

Wie die Auswahl der verschiedenen Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten mit Mittlerer Reife zeigt, sind die Berufsaussichten gut. Längst nicht für alle gut bezahlten Berufe wird das Abitur oder ein Studium vorausgesetzt. Schon während der Ausbildung lassen sich bis zu 1000 Euro im dritten Lehrjahr verdienen. Im Berufsleben steigt das Gehalt oftmals schon früh auf bis etwa 2500 Euro im Monat.

Besonders aussichtsreich und gut bezahlt sind Berufe, die eine Verbindung zum IT-Sektor haben. Das ist auch für Menschen aller anderen Abschlüsse so, aber für Realschulabsolventen eine besonders gute Möglichkeit bei der Jobsuche exzellente Angebote zu finden und optimal in eine Karriere einzusteigen.

Ein Realschulabschluss öffnet zudem die Tür zu vielen Weiterbildungsmöglichkeiten, vom höheren Bildungsabschluss bis hin zum Fachwirt oder Meister. Wer sich beruflich weiterbildet und seinen Realschulabschluss dafür nutzt, hat später immer auch bessere Berufsaussichten.

Wie kann ich meinen Realschulabschluss nachholen?

Ein Realschulabschluss kann auf verschiedene Weisen nachgeholt werden. Die drei erfolgversprechendsten Methoden sind:

  • Die Abendschule
  • Das Berufskolleg (ausbildungsbegleitend)
  • Fernstudium mit anschließender Externenprüfung (auch: Schulfremdenprüfung, Nichtschülerprüfung)

Die Abendschule wird von vielen Erwachsenen gewählt, die tagsüber berufstätig sind. So lassen sich Geldverdienen und Arbeiten mit dem Erwerb eines höheren Abschlusses verbinden. Wer mit einem Hauptschulabschluss startet, benötigt auf der Abendschule zum Erwerb des Realschulabschlusses in der Regel zwei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Erwerb der Mittleren Reife an der Abendschule auch in einem oder anderthalb Jahren möglich. Das gilt für Menschen, deren Hauptschulabschluss noch nicht lange zurückliegt, oder die eine Hauptschule mit Realschulförderung besucht haben. (Beispiel: Werkrealschulen in Baden-Württemberg). Staatliche Abendschulen sind kostenfrei.

Das Berufskolleg bietet die Möglichkeit, den Realschulabschluss ausbildungsbegleitend nachzuholen. Dazu erhalten die Schüler, zusätzlich zu ihrem Berufsschulunterricht, Unterricht für die Mittlere Reife. Der Unterricht, der in Präsenz und morgens stattfindet, sorgt für eine strukturierte Routine, die beim Lernen hilft. Ein weiterer Vorteil ist der persönliche Kontakt zu Lehrern und Mitschülern. Obwohl es einige private Anbieter gibt, sind Berufskollegs in der Regel staatlich und kostenlos. Gebühren für den Realschulabschluss fallen somit auf einem Berufskolleg nicht an.

Wer sehr flexibel Lernen möchte und sich die Zeit zum Lernen frei einteilen ohne Anwesenheitspflicht, für den ist ein Fernstudium das Richtige. Fernstudium-Anbieter sind oftmals in privater Hand, daher fallen immer auch Gebühren an, die sich monatlich auf ca. 150 Euro belaufen. Je nach Anbieter kann diese Gebühr höher oder niedriger sein. Auch stellt der Staat einige Optionen zur Weiterbildungsförderung bereit, wie die Bildungsprämie, die allerdings an Bedingungen geknüpft sind. Interessierte können beim Jobcenter oder beim Anbieter direkt nachfragen, welche finanziellen Förderungsmittel es für sie gibt.

Das Fernstudium bereitet auf die Externenprüfung vor. Heißt, die Lernenden bekommen durch das Fernstudium den Lernstoff vermittelt und können sich, nach erfolgreichem Abschluss ihres Lehrgangs, zur Realschulabschlussprüfung anmelden. Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss. Die durchschnittliche Zeit bis zur Prüfungsreife ist auf 24 Monate angesetzt. Es steht Studierenden aber frei, die Prüfung früher abzulegen oder später, je nachdem, wie viel Zeit sie benötigen, um die notwendigen Module abzuschließen. Möglich ist das Nachholen des Realschulabschlusses im Fernstudium, unter anderem, an den größten Fernschulen Deutschlands, der SGD (Darmstadt/Hessen) und der ILS (Hamburg).

Studium mit Realschulabschluss – Wie geht das?

Ein Realschulabschluss garantiert keinen direkten Zugang zu einer Hochschule oder Universität. Nichtsdestotrotz gibt es Alternativlösungen, um ohne Abitur und mit einem Realschulschulabschluss zu studieren und einen akademischen Abschluss zu erreichen. Studieren ohne Abitur können Menschen, die über einen Realschulabschluss, eine abgeschlossene, staatlich anerkannte Ausbildung und bestenfalls einen Meistertitel verfügen, oder über die Abschlüsse staatlich geprüfte/-r Techniker/-in, Fachwirt/-in oder Betriebswirt/-in.

Alternativ rechnen viele Hochschulen auch Berufserfahrung an. Wer also eine Ausbildung abschließt und anschließend mindestens zwei Jahre Berufserfahrung sammelt, kann sich bei vielen Hochschulen einschreiben. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Studium auch ohne direkte Hochschulzugangsberechtigung aufgenommen werden. Dazu müssen Studieninteressierte vorab eine Hochschulzugangsprüfung ablegen. Wie genau die Prüfung aussieht, unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule. Zugelassen zur Hochschulzugangsprüfung mit Realschulabschluss werden aber zumeist nur Personen, die themenbezogen studieren wollen und deren Studium einen sehr ähnlichen Themenschwerpunkt wie ihre Ausbildung hat.

Grundsätzlich erhalten Realschulabsolventen Zugang zu einer Hochschule, sofern sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Aber auch ohne Bachelor oder Master stehen mit Realschulabschluss beruflich viele Wege und Weiterbildungsmöglichkeiten offen, die sich in sicheren Arbeitsbedingungen und dem Gehalt widerspiegeln.