Ausbildung mit Hauptschulabschluss

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Ausbildung mit Hauptschulabschluss

Hauptschulabschluss – was bedeutet das?

Der Hauptschulabschluss ist der erste Abschluss, der in der allgemeinen Schulbildung vergeben wird. Er kann in Deutschland – je nach Bundesland – auch als Berufsreife oder Berufsbildungsreife bezeichnet werden. Wer die 9. Klasse einer Hauptschule erfolgreich abgeschlossen hat, ist im Besitz des Hauptschulabschlusses. Erfolgreich heißt in diesem Fall, dass alle Fächer wenigstens mit der Note 4 benotet wurden. Der Gesamtnotenwert darf 4 nicht überschreiten.

Um den Hauptschulabschluss zu erlangen, sind verschiedene Wege möglich. Einmal die oben beschriebene Möglichkeit über den erfolgreichen Abschluss der 9. Klasse einer Haupt- oder Gesamtschule. Andere Möglichkeiten sind:

  • Der erfolgreiche Abschluss an einer Abendhauptschule
  • Der Abschluss an einer Fernschule
  • Ein Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf
  • Einigen Bundesländern vergeben den Hauptschulabschluss automatisch bei
  • Versetzung in die 10. Klasse an höheren Schulen
  • Höhere Bildungsabschlüsse beinhalten den Hauptschulabschluss

Auch hier kann es Unterschiede in den Prüfungs- und Ausbildungsverordnungen der einzelnen Bundesländer geben.

Mit dem Hauptschulabschluss stehen den Absolventinnen und Absolventen verschiedene Wege offen. Sie können ins Berufsbildungsgrundjahr einsteigen, sich für eine duale Ausbildung oder einen weiteren Schulbesuch mit höheren Abschlüssen entscheiden. Möglich sind hier unter anderem der qualifizierende oder der erweiterte Hauptschulabschluss.

Welche Ausbildungsberufe kann ich mit dem Hauptschulabschluss erlernen?

Es gibt keine rechtliche Vorgabe, welcher Abschluss für den Beginn einer Ausbildung nötig ist. Allerdings ist der Hauptschulabschluss in vielen Branchen gefordert. In einzelnen Fällen kann sogar der Realschulabschluss oder die Hochschulreife Voraussetzung sein.

In Deutschland gibt es über 450 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Die meisten davon sind nach dem dualen System aufgebaut. Das bedeutet, dass die Ausbildung zum einen mit ihrem praktischen Anteil im Ausbildungsbetrieb stattfindet. Die Berufsschulen vermitteln zum anderen das theoretische Fachwissen dazu. Mit der Kombination von Theorie und Praxis bekommen Auszubildende eine bessere, an der Arbeitswelt orientierte Qualifikation. Das erhöht ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Berufsschulunterricht im dualen System findet an 1 oder 2 Tagen die Woche statt. Es gibt auch die Möglichkeit des sogenannten Blockunterrichts. Dann sind die Auszubildenden mehrere Wochen an der Berufsschule; die restliche Zeit ihrer Ausbildung verbringen sie in ihrem Ausbildungsbetrieb.

Die duale Ausbildung beginnt im Regelfall am 1. August oder 1. September eines Jahres. Die Ausbildungsdauer in einem dualen Ausbildungsberuf kann – je nach gewähltem Beruf - zwischen 2 und 3 Jahre betragen. Am Anfang schließen Auszubildende mit ihrem Betrieb einen Ausbildungsvertrag. Der Betrieb trägt die Kosten der Ausbildung und zahlt auch ein entsprechendes Gehalt, das mit jedem Ausbildungsjahr steigt. In der Regel sollte die Ausbildungsvergütung im Durchschnitt ein Drittel des Gehalts betragen, das die Auszubildenden später als Fachkräfte erwarten können. Die Höhe des Gehalts hängt vom gewählten Beruf, von der Größe des Betriebs und von der Region ab.

Die Ausbildungsordnung gibt vor, wie die betriebliche Ausbildung auszusehen hat. Das heißt, dass sie die beruflichen Kompetenzen beschreibt, die Auszubildende erwerben sollen. Der Betrieb setzt das in einen konkreten Ausbildungsplan um.

Die Berufsschulen verfügen für alle anerkannten Ausbildungsberufe entsprechende Rahmenlehrpläne. An diesen Lehrplänen richtet sie ihre Ziele und Unterrichtsinhalte aus. Der Berufsschulunterricht ist verpflichtend; dafür müssen die Betriebe ihre Auszubildenden freistellen.

Es gibt vier große Bereiche, in denen eine Ausbildung möglich ist. Es sind dies der Bereich der Gastronomie, das Handwerk, der Handel und der Gesundheits- und Sozialbereich mit seinen pflegerischen, medizinischen oder pädagogischen Ausbildungen. Das Handwerk bietet eine Fülle von unterschiedlichen Ausbildungsberufen mit verschiedenen Anforderungen an körperlicher Kraft oder Geschicklichkeit.

  • Friseur
  • Berufskraftfahrer
  • Bäcker
  • Landschaftsgärtner
  • Koch
  • Floristin
  • Tischler
  • Maler und Lackierer
  • Forstwirte
  • Metallbauer
  • Maurer und Zimmerleute
  • Maschinen- und Anlagenführer
  • Fachlagerist
  • Anlagenmechaniker

Weitere Bereiche für mögliche Ausbildungen sind Tiefbau, Betonbau, Gerüstbau, Trockenbau oder Straßenbau. Auch das Arbeiten im Chemielabor, die Tätigkeit als Servicekräfte für Schutz und Sicherheit, die Kosmetikerin und der Binnenschiffer gehören zu den staatlich anerkannten Ausbildungsberufen.

Für den Bereich der Gastronomie gibt es die Ausbildungen zum Gastronomiefachmann/ zur Gastronomiefachfrau oder zur Fachkraft für Gastronomie.

Der Handel bildet Verkäufer und Verkäuferinnen für alle Branchen aus.

In den Gesundheits- und Sozialberufen wird zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer, zum Altenpflegehelfer, zur Fachkraft für die Pflegeassistenz, zur Heilerziehungsassistenz oder zur Arzthelferin ausgebildet. Auch die Rettungsassistenz gehört in diesen Bereich.

Für besonders Kreative, die gerne mit dem Computer arbeiten, ist die 3-jährige Ausbildung im Game Design sicher nicht uninteressant.

Welche Berufsaussichten habe ich mit einem Hauptschulabschluss?

Wer sich in den Bereichen Handwerk, Gastronomie, Handel und Gesundheitswesen auf Jobsuche begibt, hat gute Chancen, auch das Passende zu finden. Besonders in handwerklichen Betrieben und im Dienstleistungssektor sind Schulabsolventen/innen mit Hauptschulabschluss willkommen. Die für das Handwerk typischen Berufe sind unter anderem Tischler/ in, Maler/ in und Lackierer/ in, Dachdecker/ in, Goldschmiede/ in und Medientechnologen.

In der Gastronomie sind es Jobs als Fachkräfte im Gastgewerbe, als Restaurantfachkräfte, Köche und Köchinnen oder als Assistenz in der Systemgastronomie, die diese Branche auszeichnet. Auch das Hauswirtschaftsgewerbe kann diesem Bereich zugerechnet werden.

Der Bereich „Soziales“ umfasst viele pflegerische Berufe, Tätigkeiten in der medizinischen Assistenz und pädagogische Berufe. Hierzu zählen unter anderem Erzieher, Heilerziehungspflegehelfer, medizinische Fachangestellte, Masseure und medizinische Bademeister. Krankenhäuser, Pflegeheime und Altenpflegeheime haben einen hohen Bedarf an Pflegekräften und Pflegehelfern.

Verkäufer und Verkäuferinnen sind in der Handelsbranche tätig. Hier eröffnet sich für Hauptschulabsolventen ein besonders breites Betätigungsfeld. Kaufleute sind im Einzelhandel, Groß- und Außenhandel und in den verschiedenen Branchen wie Automobil-, Hotel- oder Touristikbranche gefragt.

Wie kann ich meinen Hauptschulabschluss nachholen?

Da der Hauptschulabschluss in fast allen Fällen Voraussetzung ist, um eine Berufsausbildung zu beginnen, ist es sinnvoll, ihn zu erlangen. Wer zwischendurch seine schulische Ausbildung unterbrochen hat, findet auf dem zweiten Bildungsweg zahlreiche Möglichkeiten, seinen Abschluss nachzuholen.

Die Vorbereitung auf den Abschluss kann durch ein Selbststudium geschehen. An einer Bildungseinrichtung für Erwachsene wird dann die staatliche Externenprüfung, also die Prüfung für Nichtschüler, abgelegt. Nähere Auskünfte zu Terminen gibt das Schulamt vor Ort.

Das Selbststudium erfordert viel Disziplin und das Wissen, welche Fachbereiche und welche Fachliteratur gebraucht werden. Ein Kurs an der Volkshochschule erleichtert das Lernen.

Für die, die tagsüber arbeiten, eigenen sich Kurse an der Abendschule an.

Am bequemsten lässt sich ein Fernlehrgang absolvieren. Online von zu Hause aus bei freier Zeiteinteilung führt er nach 15 Monaten zum Ziel. Bei Bedarf kann die Zeit – in der Regel kostenfrei – um einige Monate überzogen werden. Der Einstieg in den Kurs ist jederzeit möglich.

Weitere Möglichkeiten, um den Hauptschulabschluss zu erwerben:

  • In einigen Bundesländern ist der Erwerb des Hauptschulabschlusses über Berufsfachschulen möglich
  • Im Berufsvorbereitungsjahr und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
  • Wer an Qualifizierungsmaßnahmen für bestimmte Berufe teilnimmt, kann diese
  • Weiterbildung mit einem Abschluss kombinieren
  • Junge Erwachsene bis 25 Jahre haben einen Anspruch auf finanzielle Förderung

Studium mit Hauptschulabschluss – wie geht das?

„Nur“ einen Hauptschulabschluss haben und später studieren? Das geht tatsächlich über verschiedene Abschlüsse, Qualifikationen und den Nachweis der beruflichen Erfahrung in dem gewünschten Studienbereich.

Grundsätzlich gilt: Die allgemeine Hochschulreife, das Abitur, berechtigt zum Studieren aller Studienfächer an deutschen Hochschulen. Mit der fachgebundenen Hochschulreife können nur bestimmte Fächer studiert werden. Mit der Fachhochschulreife, dem Fachabitur, kann nur an Fachhochschulen studiert oder nur bestimmte Fächer an Hochschulen studiert werden.

Das sind die allgemeingültigen Regeln. Aber es gibt zahlreiche Ausnahmeregelungen, die ein Studium auch ohne das Abitur ermöglichen. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland und manchen Fällen auch je nach Hochschule. Hier ist es am besten, sich direkt bei den Hochschulen nach den Zugangsvoraussetzungen zu erkundigen.

Als Zulassungsberechtigung gilt in vielen Bundesländern zum Beispiel der Meistertitel oder eine vergleichbare Qualifikation. Wer sich bewerben will, muss allerdings eine Berufspraxis von 3 Jahren vorweisen können. Weiter können verschiedenen Qualifikationen und berufliche Kompetenzen den Zugang zu einer Hochschule eröffnen. In vielen Fällen ist vor Studienbeginn eine Eignungsprüfung erforderlich.